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Spezial: Nebenwirkungsreport + Gentest für mehr Arzneimittelsicherheit, Christoph Baumgärtel

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Beschreibung

Teil 1: Tod durch Hustensaft – Warum es wichtig ist Nebenwirkungen zu melden, ORF Heute Konkret, 20.07.2017

Der Medikamentenkonsum in Österreich ist im Europäischen Vergleich hoch. Pro Jahr werden hier über 120 Millionen Arzneimittel verschrieben. Den Satz "Über unerwünschte Nebenwirkungen informieren Arzt und Apotheker" kennt man natürlich aus der Werbung. Aber genau hier schlägt jetzt die Agentur für Gesundheit, die AGES, Alarm. Denn unerwünschte Effekte von Arzneien werden viel zu selten gemeldet. Sandra Parmetler aus Niederösterreich hat vor zwei Jahren ihre damals vierjährige Tochter Denise tot im Bett vorgefunden, die ebenso wie ihre Zwillingsschwester verkühlt gewesen war. Davor hatte die Kinderärztin der Mutter einen damals auch für Kinder gängigen codeinhaltigen Hustensaft verschrieben. Bei Denise kam es offenbar zu einer fatalen Nebenwirkung, ihr Körper hat das Codein in eine Überdosis Morphin umgewandelt, was zu einer Atemdepression und schließlich zum Tod des Mädchens geführt hat. Erst der Tod der Vierjährigen hat zu einem Verbot der codeinhaltigen Arznei bei Kindern unter zwölf Jahren geführt. Laut Paragraph 75 des Arzneimittelgesetzes ist jeder, der in einem Gesundheitsberuf tätig ist, gesetzlich verpflichtet, vermutete Nebenwirkungen dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen zu melden. Doch die Rückmeldungen über
Nebenwirkungen lassen zu wünschen übrig, beklagt die AGES. Seit drei Jahren können auch Patienten selbst freiwillig etwaige Nebenwirkungen bei der Behörde melden.

O-Ton: Christoph Baumgärtel (Medizinaufsichtsbehörde AGES), Sandra Parmetler (Mutter der Verstorbenen), Franz Mayrhofer (Allgemeinmediziner), Theo Dingermann (Pharmazeutischer Biologe / Studiogast)

Teil 2: Pharmakogenetische Gentests für mehr Arzneimittelsicherheit

In Zukunft können Gentest über Verträglichkeit und Unverträglichkeit von Arzneimittel zu mehr Sicherheit führen -
Jeder Patient ist anders, egal welche Diagnose gestellt wird. Den Wunsch nach einer individuellen und wirkungsvollen Medizin, versucht die Forschung durch sogenannte pharmakogenetische Test näher zu kommen. Das sind spezielle Gentests durch die
Wirksamkeit und Verträglichkeit von Arzneimittel prognostiziert werden können. So ein Gentest wird jetzt auch in österreichischen Apotheken angeboten.

Hintergrund: Was dem einen Patienten hilft, kann beim nächsten wirkungslos sein, oder sogar Nebenwirkungen hervorrufen. Denn die Einnahmeempfehlungen in Beipacktexten von Medikamenten gehen von einem Durchschnittsmenschen aus. Durchschnittlich groß, schwer und gesund. Mithilfe eines sogenannten pharmakogenetischen Tests können Wirksamkeit und Verträglichkeit von Arzneistoffen für jeden Menschen genau untersucht werden. Und so einen Gentest gibt es seit kurzem auch in Österreichs Apotheken. Bereits jetzt ist eine Analyse der am Stoffwechsel beteiligten Gene möglich, dadurch kann vorhergesagt werden, wie ein Arzneimittel beim jeweiligen Patienten wirkt.

Gentests werden schon lange zum Beispiel in der Krebstherapie eingesetzt. Die sogenannte personalisierte Medizin ist ein Behandlungskonzept, das Patienten schneller zu einer für sie geeigneten Therapie verhelfen soll. Speziell für Menschen, die viele Arzneistoffe nehmen, oder die eine lange Therapie brauchen, ist dieser Test eine Verbesserung. Es kann vermieden werden, dass Arzneimittel verschrieben werden, die gar nicht notwendig sind oder nicht wirksam. Auf lange Sicht soll das auch Einsparungen im Gesundheitswesen bringen, die Krankenkassen zahlen den Test noch nicht.

O-Ton: Christoph Baumgärtel (AGES Medizinmarktaufsicht), Max Wellan (Präsident Apothekerkammer), Katharina Rötzer (Hanusch-Krankenhaus), Theo Dingermann (Pharmazeutischer Biologe / Studiogast)

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