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Wohlstand für alle? Die Gesellschaft rückt auseinander!

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Beschreibung

-Warum immer weniger Menschen immer mehr besitzen!-

Um Ungleichheit statistisch zu beschreiben, zum Beispiel der Verteilung von Vermögen oder Einkommen, gibt es einen speziellen Index. Der "Gini-Koeffizient" beschreibt den Grad der Ungleichverteilung. Ein Wert von "0" steht für totale Gleichheit: Alle haben exakt gleich viel Vermögen. "100" stände dafür, dass ein Mensch alles besitzt und der Rest nichts. In Deutschland liegt der "Gini-Koeffizient" mit 77,5 relativ hoch. Im Nachbarland Belgien ist er mit 62,6 deutlich niedriger. Trauriger Spitzenreiter in puncto Ungleichheit in Europa sind die Schweiz (80,3) und Schweden (80,9). Weltweit aber ist der Unterschied zwischen dem, was die Reichen besitzen, und dem, was die Armen haben, am gravierendsten in den USA mit 85 und in Russland mit 91,2. Nirgendwo sonst besitzen so wenige Menschen so viel. Fast alle Untersuchungen zu dem Thema zeigen auch, dass die Ungleichheit in den letzten Dekaden wächst.

-Massiv wachsende Ungleichheit der Einkommen-

Wie kam es zu dieser Entwicklung?
Der französische Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty untersuchte in seinem aufsehenerregenden Werk "Das Kapital im 21. Jahrhundert" die Vermögensverteilung. In den westlichen Industrienationen war zwischen 1940 und 1970 ein Rückgang der ökonomischen Ungleichheit zu beobachten. Seit den 1980er Jahren setzt allerdings eine massiv wachsende Ungleichheit der Einkommen ein, verbunden mit einer Vermögenskonzentration. Laut anderer Studien lässt sich dieser Trend auch in den USA, Australien, Kanada, Neuseeland und Japan beobachten. Über die Ursachen streiten die Wirtschaftswissenschaftler energisch. Vor allem die Deregulierungen in den 1980er Jahren werden als Ursache genannt.

Es bleibt die Frage zu klären, ob eine Ungleichverteilung nicht gerechtfertigt sein könnte. Wer viel arbeitet, sollte auch viel verdienen. Wer eine große Verantwortung trägt, gut ausgebildet ist, oder besondere Fähigkeiten mitbringt, sollte auch mehr Geld beziehen. Leistung soll sich lohnen und der Anreiz sich "hochzuarbeiten" sollte für die alle Bevölkerungsschichten präsent sein - das leuchtet ein.

-Kriege nivellieren Unterschiede - Welcher Lohn ist gerecht?-

Die Philosophen und Ökonomen befassen sich schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts mit der Frage, ob eine finanzielle Ungleichverteilung gerechtfertigt ist. Die Einschätzungen der letzten Jahre kommen zu dem Schluss, dass eine gewisse Spreizung der Einkommen und Vermögen für die Gesellschaft von Nutzen ist. Und die Geschichte hat gelehrt, dass vollkommene Gleichheit nur auf dem Papier gut aussieht. Doch eine zu große Ungerechtigkeit birgt Gefahren. Soziale Spannungen können auftreten und wie in der Vergangenheit sich in Kriegen und Bürgerkriegen entladen. Empirische Betrachtungen haben gezeigt, dass die Kriege in Europa immer auch zu einer Neuverteilung des Besitzes geführt haben, also zu einer größeren Vermögensgerechtigkeit. Zudem bedeutet eine Vermögenskonzentration immer auch eine Machtkonzentration. Die politische und gesellschaftliche Teilhabe der Mehrheit der Gesellschaft verringert sich.

-Chance zum Aufstieg kann Ungleichheit abmildern-

Dazu kommt die Tatsache, dass Ungleichheit moralisch nur zu rechtfertigen ist, wenn jeder partizipieren kann. Das soll heißen: Der soziale Aufstieg des fleißigen und tüchtigen darf also nicht die Ausnahme sein, sondern die Regel. Nicht nur für die unteren Schichten ist dieses die Prämisse, auch für die Mittelschicht ist der Traum vom Aufstieg wichtig. Prof. Reinhard Pollak vom Wissenschaftszentrum Berlin sagt es im Deutschlandradio so: "Wir wissen seit Jahren aus den Pisastudien, dass in Deutschland das Elternhaus am meisten vorhersagt. Die soziale Herkunft entscheidet, wo man im Leben landet. (…) Ein Kind, das in einen einfachen Arbeiterhaushalt hineingeboren wird, hat nur eine vierprozentige Chance einmal ein leitender Angestellter zu werden. Kommen die Eltern aber aus dieser Schicht, liegt die Chance schon bei 35 Prozent." Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) hat festgestellt, dass in Deutschland nur 20 Prozent der Jugendlichen einen höheren Bildungsabschluss als die Eltern besitzen. Das war auch nicht immer so. In den 1960er und 70er Jahren war ein Studium auch für Arbeiterkinder leichter möglich als heute, das zeigen die Daten des Sozialwissenschaftlers Pollak.

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